RECYCLING MEDEA

A film by Asteris Kutulas
Music by Mikis Theodorakis
Choreography by Renato Zanella
cfp award
 

Statement des Regisseurs

Ich wollte einen sehr emotionalen „Musik-Videoclip“ drehen, eine Hommage an meinen Pessimismus, ein Film-Gedicht, der die Sehnsucht nach „Freiheit” und „Liebe” einer verzweifelten Ehefrau und die Sehnsucht nach „Freiheit“ und “Liebe“ radikal gewordener Jugendlicher thematisiert. Beide verraten und verkauft. Beide isoliert und im Krieg mit der Gesellschaft.
Plötzlich begegnete mir die 15jährige Bella, eine „Verlorene“, die sich in meinem Film wiederfand, abgehoben, „plakativ“, alles „zitierend“, was mir für das Medea-Recycling wichtig war: Nikos Koundouros, Pier Paolo Pasolini, Lars von Trier, Carlos Saura, Theo Angelopoulos. Und dann tatsächlich auch Anne Frank, deren Worte ich erinnerte, einen historischen Abstand von etwa 70 Jahren überbrückend, gleichaltrig mit Bella, den Umständen völliger Isolation in einem Amsterdamer Hinterhaus ausgesetzt, eine Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden, der die Zukunft verschlossen war. Verwiesen auf sich selbst, nutzt sie diese einzige Möglichkeit des Tagebuch-Schreibens, sich zu befragen, sich innerhalb eines extrem begrenzten Raums zu entäußern. Ich ließ Anne Frank der „verlorenen“ Bella nahe kommen, um sich in der Gegenwart zu zeigen in ihrer Lebendigkeit, Innerlichkeit und eindringlichen Aktualität…
Der Medea-Stoff – ein Jahrtausende hindurch immer wieder recyceltes Thema, das nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat und das nun nach der textlichen, der musikalischen und der choreographierten Umsetzung eine bildliche, filmisch-poetische „Lesart“ findet.

Asteris Kutulas

 
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    foto © Stefanos Kyriakopoulos